Die Apotheke wurde von Tadeusz Pankiewicz geleitet und obwohl seine Geschichte nicht so gut bekannt ist, wie die Geschichte von Schindler, wurde Pankiewicz auch durch das Israelische Yad Vashem Institut als einer der Gerechten unter den Nationen der Welt honoriert.
Als die Deutschen die Verordnung herausgegeben haben über die Eröffnung des Ghettos im Krakauer Stadtteil Podgórze, wurden die Polen gezwungen, diesen Stadtteil zu verlassen. Pankiewicz, der kein Jude war, entschied sich, seine Apotheke nicht zu verlassen und hat die ihm als Gegenleistung angebotene Apotheke eines jüdischen Besitzers in der Stadt nicht angenommen. Auf diese Weise ist er auf dem Gebiet des Ghettos geblieben.
Die Apotheke war nicht nur ein Ort für medizinische Hilfe. Für die Bewohner des Ghettos, eingeschlossen in seinen Mauern, spielte sie eine wesentliche Rolle als Ort des Treffens und des Informationsaustausches. Sie war ein Kontaktpunkt mit der äußeren Welt, Oase der Normalität in den unmenschlichen Bedingungen, ein zeitweiliges Versteck für die Flüchtenden. Manchmal beruhte die Hilfe von Pankiewicz und seiner Mitarbeiterinnen zum Beispiel auf der Herausgabe von Beruhigungsmitteln für die außerhalb des Ghettos versteckten Kinder, Lieferung der Haarfarben, die von Älteren benutzt wurden, damit eine Deportation vermieden werden konnte, usw. In den tragischen Tagen der Deportation und der Auflösung des Ghettos verschenkten die Mitarbeiter der Apotheke Arzneimittel und Verbände.
Nach der Beendigung des Krieges setzte Pankiewicz die Arbeit in der Apotheke bis 1953 fort. Er verstarb am 5. November 1993.
Im Jahre 1967 wurde die Apotheke geschlossen, und im Gebäude wurde ein Restaurant eröffnet - indem das originelle Innere dieses Ortes vernichtet wurde. Zum Glück haben in den 80er Jahren die Tätigkeiten begonnen, die zum Ziel hatten, den Schaden zu reparieren. 1983 ist hier ein Museum entstanden, das von Roman Polański 2002 und Steven Spielberg 2004 finanziell unterstützt wurde.
Gegenwärtig ist die Apotheke eine Abteilung des Historischen Museums der Stadt Kraków. Hier befindet sich eine Ausstellung, gewidmet der Vernichtung der Krakauer Juden, sowie der Rolle, welche die Apotheke von T. Pankiewicz im Ghetto gespielt hat. Die Besucher können auch eine Ausstellung sehen, die das Innere der Apotheke während der Kriegszeit darstellt.
Die reiche Archivdokumentation, zahlreiche Fotos und Filme verbildlichen die dramatischen Momente aus dem Leben im Ghetto, aus der Deportation und aus dem Lager in Płaszów. Einer der Filme unter dem Titel "Das Leben der Juden in Kraków" wurde vor dem Ausbruch des Krieges gedreht, der zweite "Umsiedlung in das Krakauer Ghetto " wurde für die Bedürfnisse der deutschen Propaganda gedreht.
Zugänglich ist auch eine multimediale Abteilung in englischer und der polnischer Sprache: Archive, die sowohl Fotos, als auch Dokumente aus der Kriegszeit enthalten, die Geschichte der Apotheke, die Biografie von Tadeusz Pankiewicz und das elektronische Gästebuch.
Ein Besuch im Museum ist eine ungewöhnlich interessante Erfahrung für alle, die nicht nur etwas von Pankiewicz erfahren wollen, sondern vor allem etwas über die Kriegserfahrungen der Juden. Zur Apotheke kann man zu Fuß (20 Minuten Fußweg von Kazimierz) oder mit der Straßenbahn gelangen - man soll auf der Haltestelle Plac Bohaterów Getta (Platz der Ghettohelden) aussteigen.
Öffnungszeiten und Preise:
Wintersaison |
Sommersaison von Mai bis Oktober |
Eintrittskartenpreise |
Montag 10.00 -14.00 Eintritt frei |
Montag 10.00 -14.00 Eintritt frei |
Normal: 4 Zloty Ermäßigt: 3 Zloty Sammelschulkarte: 3 Zloty Familienkarte: 8 Zloty Ausleihen des Audiofremdenführers: 10 Zloty Führung: 40 Zloty von Person + Eintrittskarte Museumsstunde: 80 Zloty von der Gruppe Karte fürs Fotografieren: |
Dienstag 9.00 - 16.00 |
Dienstag 9.30 - 17.00 |
|
Mittwoch 9.00 - 16.00 |
Mittwoch 9.30 - 17.00 |
|
Donnerstag 9.00 - 16.00 |
Donnerstag 9.30 - 17.00 |
|
Freitag 10.00 - 17.00 |
Freitag 9.30 - 17.00 |
|
Samstag 9.00 - 16.00 |
Samstag 9.30 - 17.00 |
|
Sonntags geschlossen |
Sonntags geschlossen |