Seine Geschichte und Person wurden durch den Film von Steven Spielberg "Schindlers Liste" bekannt. Unter vielen Aspekten war er eine kontroverse und innerlich zerrissene Person. Zu Beginn des Krieges schien er ausschließlich daran interessiert zu sein, aus tragischen Ereignissen, die sich in der Welt abspielten, Kapital zu schlagen. Ähnlich wie andere Deutsche übernahm Schindler jüdische Firmen - in seinem Fall waren dies zwei Emailwarenfabriken.
Im Oktober 1939 im Krakauer Stadtteil Zabłocie begann die Emailwarenfabrik "Email", eine der von Schindler übernommenen Fabriken, zu wirken. Er hat das Vermögen erworben, indem er seine Handelskontakte genutzt und die billige Arbeitskraft - jüdische Zwangsarbeiter - eingesetzt hat. Als ein erfolgreicher Businessmann führte er aktives Gesellschaftsleben und genoss alle möglichen Privilegien seiner Stellung.
Die Grausamkeit des Nazi-Regimes trug zur Verwandlung Schindlers bei, aus einer Person, für die das einzige Zweck Gewinn war, in einen Menschen, dessen Mission die Rettung von möglichst vielen menschlichen Leben wurde. Angesichts der Grausamkeit des Nazi-Regimes kam es zur inneren Verwandlung Schindlers.
Immer wenn seine Mitarbeiter mit einem Transport in Vernichtungslager bedroht waren, Schindler wusste eine Genehmigung dafür zu besorgen, dass sie in der Fabrik bleiben durften. Seine Bemühungen waren wegen der kriegswichtigen Produktion des Unternehmens möglich. Dieser Möglichkeit beraubt wäre Schindler sicherlich nicht imstande, so viele Menschen zu retten.Wenn das nötig war, fälschte er betriebliche Aufzeichnungen, viel dabei riskierend - zum Beispiel Arbeiter, die in den Unterlagen als qualifizierte Mechaniker eingetragen waren, waren in Wirklichkeit Kinder. Derartige mutige Schritte erhielten beim Leben die Belegschaft seiner Fabrik während der nächsten Etappen der Judenausrottung.
Als im März 1943 das Krakauer Ghetto geräumt wurde, nutzte Schindler seine nahe Bekanntschaft mit dem Kommandant des Lager in Płaszów (Amon Göth) und richtete einen "Unterlager" für seine jüdischen Arbeiter bei seiner Fabrik ein. Dadurch gelang es ihm, trotz ungünstiger Umstände seinen Arbeitern gute Bedingungen zu bieten.
Im Oktober 1944, als die Rote Armee bereits in der Nähe war, gelang es Schindler die Erlaubnis zu erhalten, seine Fabrik erneut in Brünnlitz (Brněnec) in Tschechien einzurichten. Bevor jedoch seine Arbeiter ihm folgen konnten, wurden sie nach Auschwitz und Groß Rosen (Rogoźnica), einem Vernichtungslager nahe Breslaus abtransportiert. Schindler gelang es, sie aus den Lagern herauszureißen und ihnen erneut das Leben zu retten. Insgesamt gelangten in die neue Fabrik 1100 Personen; alle wurden so gut behandelt, soweit es die Verhältnisse erlaubten.
Die Fabrik dieses heldenmutigen Menschen befindet sich nach wie vor in der Lipowa-Str. 4 (Haltestelle Platz der Ghettohelden (Plac Bohaterów Getta)) 20-30 Minuten zu Fuß aus Kazimierz.
Hier kann man eine Diavorführung sehen und sich in ein Gästebuch eintragen, das sich im ersten Stock des Gebäudes befindet.