Er wurde gegründet im Jahre 1800. Gelegen in der Nähe der Bahnlinie Kraków - Tarnów, nimmt er ein viel größeres Gelände ein, als der alte Friedhof an der Remu Synagoge. Er ist nach wie vor ein offener jüdischer Friedhof.
Während des 2. Weltkrieges wurde er von den Deutschen geschlossen und entweiht. Zahlreiche Grabplatten wurden entfernt und als Straßenbelag im Lager in Płaszów verwendet, ebenso wurden sie als Baumaterialien verkauft. Zum Ende des Krieges war fast der ganze Friedhof verwüstet. Im Jahre 1957 wurde er geordnet. Die Restaurierungsarbeiten haben nach dem Jahr 2000 begonnen.
Gleich am Eingang befindet sich ein Denkmal, das, während des Krieges von den Nazis ermordete, jüdische Familien und Einzelpersonen verewigt. Ähnlich wie auf dem Friedhof an der Remu Synagoge, wurden auch hier Teile der zerschlagenen Grabplatten in die Friedhofsmauer eingefügt.
Hier sind verdiente Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft begraben, Rabbiner, Politiker, Künstler und Wissenschaftler. Eins der staatlichsten Denkmäler ist das Grab von Dr. Ozjasz Thon (1870-1936). Er war Rabbiner und Mitglied des polnischen Parlaments. Die Inskription auf der Grabplatte wurde auch den Mitgliedern seiner Familie gewidmet, die während des Krieges ums Lebens gekommen sind: der Frau, erschossen in Radom, dem Schwiegersohn, verstorben in der gleichen Stadt, sowie dem Enkelsohn, der im Lager in Bełżec ums Leben kam.
Auf dem Friedhof sind alte und neue Grabmale benachbart, indem sie dadurch ein Bild der Vielfältigkeit der Stile geben. Außer den hebräischen Grabinskriptionen treffen wir auch deutsche und polnische an. Viele ältere Grabmale gehen allerdings zugrunde und versinken in der Erde.
Die Atmosphäre und die Aussicht des Friedhofs verändern sich vollkommen in Abhängigkeit von der Jahreszeit. Im Sommer beschattet und voller üppigem Grün, ist er ein ruhiger Platz, wo man dem hektischen Lebenstempo entfliehen und sich einen Augenblick Reflexion leisten kann. Im Winter erscheint er eher verlassen und traurig, scheinbar lädt er nicht zur Besichtigung ein. Das ist jedoch kein Grund, ihn zu meiden, weil er in seiner Vielfältigkeit ein schönes und bewegendes Zeugnis der Vergangenheit ist.
Öffnungszeiten:
Der Friedhof ist geöffnet von 8.00 bis 18.00 Uhr im Sommer, im Winter kürzer; samstags und zu jüdischen Feiertagen ist er geschlossen. Eintritt frei.