Die Hohe Synagoge ist ein weiteres Beispiel für die Rekonstruktionen, die im Krakauer Stadtteil Kazimierz durchgeführt wurden. Während des Zweiten Weltkrieges zerstört wurde sie im August 2005 wieder zugänglich gemacht. Die offizielle Eröffnung fand am 3. November 2005 statt. Sie wird gegenwärtig für Ausstellungen genutzt.
Es ist die dritte Synagoge, nach der Alten Synagoge und Remuh, deren Bau auf Kazimierz abgeschlossen wurde. Sie wurde gegen 1563 gebaut, ihr Name leitet sich von der ungewöhnlichen Platzierung des Gebetszimmers im ersten Stock der Synagoge ab. Die einfachste Theorie zur Erklärung ist die Theorie der Sicherheit. Man meinte, dass die Kongregation durch diese Lage in der Synagoge während der Gebete vor weniger wohlgesonnenen christlichen Nachbarn geschützt werden konnte
Der Hauptgebetssaal wird von den zum Teil aufgedeckten Fresken auf den Wänden geschmückt, und die übrigen geweißten Wände, hohe Decke und große Fenster vergeben ihm Geräumigkeit. In der Synagoge blieb die Möblierung der Räume nicht erhalten, mit Ausnahme des Chanuk-Leuchters, ausgestellt im jüdischen Museum in der ul. Szeroka - das Gebäude selbst wurde während des Krieges zerstört; das Innere wurde durch einen Brand zerstört. Niemand ist ganz sicher, ob der Brand die Folge von Brandstiftung war, oder ob er eher die Folge einer in das Gebäude hineingeworfen Granate war.
Der Aron Ha-Kodesz verbleibt nach wie vor auf der Östlichen Wand, aber ohne Vorhang und die Türchen, die ein Teil des Originalprojekt waren. Auf dem oberen Teil des Aron Ha-Kodesz befindet sich die Aufmerksamkeit erregende, ungewöhnliche Anordnung zweier Greife. Trotz vieler Zerstörungen, bestimmt die Heilige Arche das originelle Merkmal dieser Synagoge.
Über Jahre erfuhr die Hohe Synagoge viele Veränderungen. Die am meisten Aufmerksamkeit erregende ist die Tür, die die Besucher auf der östlichen Wand der Synagoge bemerken können, gleich beim Aron Ha-Kodesz, die in das anliegende Zimmer führt. Dieses eher einmalige und untypische Merkmal des Projekts erschien als Resultat der Pläne, die angefertigt wurden, um das benachbarte Gebäude für die Bedürfnisse eines nach dem Krieg geplanten Theaters zu adaptieren
Obwohl sich das Theater nie im Gebäude des Synagoge befand, wurde die geplante Rekonstruktion durchgeführt und die beiden Gebäude wurden verbunden. Jedoch wurde die Synagoge und das benachbarte Gebäude für die Bedürfnisse der Werkstatt für die Restaurierung der Sehenswürdigkeiten von Kraków genutzt.
Die restaurierten Wandpolychromien bestimmen nur einen kleinen Teil des originellen Inneren der Synagoge. Leider kann man heute nicht mehr die Gemälde sehen, die die zwölf Tierkreiszeichen darstellen, die heute auch den originellen Teil der Dekoration des Inneren der Synagoge bestimmen würden.
Es ist selbstverständlich - indem man u.a. die Größe des Gebetszimmers und der Wandgemälde in Betracht zieht - dass die Hohe Synagoge am Gipfel ihrer Glanzzeit war. Beim Fehlen der Ausstattung, sowie der nicht existierenden Innendekoration knüpft ihre heutige Aussicht an die Vergangenheit an und verbildlicht, welcher unbeschreibliche Schaden diesem einst herrlichen Gebäude zugefügt worden ist. Trotz diesem, behielt die Synagoge das Gefühl des Stolzes, welches von ihrem unbeugsamen Dauern über diese ganzen Jahre zeugt.
Im Gebäude der Synagoge befindet sich auch eine Stilbuchhandlung im Erdgeschoss, in der man Bücher finden kann, die hauptsächlich mit der jüdischen Gemeinschaft verbunden sind. Die Veröffentlichungen sind in vielen verschiedenen Sprachen zugänglich.
Die Synagoge ist täglich geöffnet von 9 bis 19 Uhr im Sommer. In der Winterzeit (November - März) von 9 bis 17 Uhr, mit Ausnahme der jüdischen Feiertage. Der Eintritt kostet 7 Zloty für Erwachsene und 5 Zloty für Studenten, dagegen die Kinder unter 6 Jahren werden umsonst hereingelassen. Die Gruppeneintrittskarte kostet 5 Zloty. Es gibt die Möglichkeit, die Ausstellung zu anderen Uhrzeiten, nach vorheriger Abstimmung mit dem Ausstellungsbüro, zugänglich zu machen. Es wird keine zusätzliche Gebühr fürs Fotografieren erhoben.