Das Gebäude auf dem Plac Wolnica, in dem sich gegenwärtig das Ethnografische Museum befindet, erfüllte in der Zeit vom 15. Jh. bis Ende des 18. Jhs. die Funktion des Rathauses von Kazimierz, in einer Zeit, als Kazimierz eine abgesonderte Stadt war und eine lokale Verwaltung besaß. Im 19. Jh. wurde es ausgebaut und in eine Schule für ortsansässige Kinder umgestaltet.
Seit 1949 befindet sich im ehemaligen Rathaus das Ethnografische Museum, welches als ständige Ausstellung die polnischen Volkskunst präsentiert. Es lohnt sich zu bemerken, dass auf der östlichen Wand des Gebäudes eine Kopie des Flachreliefs von Henryk Hochman platziert wurde, welches die Annahme des Königs Kasimir dem Großen der im Mittelalter nach Polen angekommenen Juden darstellt.
Die Museumsausstellung ist eine leidenschaftliche Reise in das Leben des polnischen Dorfes - also ein Ereignis, welches den Anschein hat, langweilig und unfruchtbar zu erscheinen; jedoch wurde die Ausstellung so interessant projektiert, dass es einfach nicht geht, gleichgültig an ihr vorbeizugehen.
Der hier präsentierte Lebensstil ist gegenwärtig reserviert für den touristischen Kitsch, samt den "authentischen" Volksensembles, die "authentisches" Volksmusik in den Restaurants spielen. Aufgrund des Schwunds des traditionellen Dorflebens und der ständig wachsenden Zahl der Menschen, die in den Städten wohnen, fällt es schwer, sich vorzustellen, dass das im Museum nachgebildete Existenzmodell nach wie vor funktioniert.
Die Ausstellung auf dem Plac Wolnica stellt das Dorfleben in seinem ganzen Reichtum dar - angefangen mit der Rolle der Kirche, durch die Arten der Trachten bis zu den Bräuchen, verbunden mit dem Frühling - samt ihrer Anknüpfung an die Fruchtbarkeit - abgeschlossen mit den Methoden des Ackerbaus und der genutzten Werkzeugen. Alle diese Elemente sind belebt durch die interessante Auslese der Exponate.
Sofort kann man die Redlichkeit und die Sorgfalt um die Einzelheiten in der Vorbereitung der Ausstellung sehen. Im getrennten Erdgeschossteil werden die regionalen Unterschiede der Ansicht der Bebauungen aufgezeigt; die Besucher können wirkliche Dorfhäuser aus verschiedenen Regionen Polens betreten: Kraków, Schlesien und Podhale.
Die Kunstliebhaber werden im Museum eine gewaltige Sammlung von Bildern und Zeichnungen antreffen, und sogar einen Schaukasten voller bemalter Ostereier - die Tradition des Eierschmückens ist bis zum heutigen Tag lebendig. Hier befinden sich auch Holzskulpturen, sowie - obwohl nicht unbedingt in den Kategorien der Kunst angesehen - die entzückende Exposition der Weihnachtskrippen.
Über die Ausstellung könnte man noch lange schreiben, jedoch ist es am besten, sie einfach zu sehen! Vor dem Besuch lohnt es sich, einen günstigen Museumsfremdenführer zu kaufen (10 PLN). Er enthält ausführliche Nachrichten, betreffend die Ausstellungsstücke und stellt die polnische Volkskultur im historischen Kontext dar.
Das zweite Gebäude des Museums an der ul. Krakowska (etwa eine Minute vom Plac Wolnica) ist viel kleiner und nur in der Zeit der Präsentation temporärer Ausstellungen für die Besucher geöffnet, organisiert zwecks Anschneiden von Themen, die die ständige Ausstellung nicht umfasst. Diesen Ort lohnt es sich auch zu sehen, schon aufgrund der geringen Entfernung vom Hauptgebäude.
Öffungszeiten und Preise:
Von Oktober bis April |
Von Mai bis September |
Eintrittskarten |
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Montag |
10:00 - 18:00 |
Montag |
10:00 - 17:00 |
Normal 6,50 PLN Ermäßigt 4 PLN Fotos 22,00 PLN |
Dienstag |
Geschlossen |
Dienstag |
Geschlossen |
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Mittwoch |
10:00 - 15:00 |
Mittwoch |
10:00 - 17:00 |
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Dinnerstag |
10:00 - 15:00 |
Dinnerstag |
10:00 - 17:00 |
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Freitag |
10:00 - 15:00 |
Freitag |
10:00 - 17:00 |
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Samstag |
10:00 - 15:00 |
Samstag |
10:00 - 17:00 |
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Sonntag |
10:00 - 14:00 |
Sonntag |
10:00 - 14:00 |
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